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Geschichten und Wissenswertes um Wald und Bäume

Veröffentlicht am 30.05.2024 in Wahlen

Dr. Rainer Luick (mitte) führt durch den Riedheimer Wald

SPD/UL On TOUR im DORF

Ein Spaziergang durch den Riedheimer Wald mit Prof. Rainer Luick

Eine große und sehr interessierte Gruppe hat sich zum Spaziergang durch den Riedheimer Wald mit Prof Dr. Rainer Luick getroffen. Es war eine Veranstaltung im Rahmen der „Tour im Dorf“ von SPD/UL Kandidierenden für die Gemeinderatswahl am 9. Juni.

Riedheimer Wald ist sehr alter Wald

Dabei waren auch Riedheimer Bürger, die als Zeitzeugen eigene Erinnerungen beisteuern konnten. Der Riedheimer Wald ist besonders wusste Rainer Luick mit einem Exkurs in die Historie zu berichten. Es ist ein sehr alter Wald, der nicht erst in den letzten zwei Jahrhunderten begründet wurde. Und es stehen dort auch die für den Standort natürlichen Baumarten, wie Buche, Eiche, Ahorn, Hainbuchen und auch Eschen. Gut versteckt im Wald führt Rainer Luick die Gruppe zu einigen riesigen Eichen, die mindestens 300 Jahren alt sind und die damit sicher zu den ältesten und mächtigsten Bäumen im Hegau zählen. Es sind Relikte aus einer Zeit als der Riedheimer Wald auch zur Weide für das Vieh diente; gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch im Hegau das vorherrschende Tierhaltungssystem.

Kranke Bäume auf rund 80 Prozent der Waldflächen durch den Klimawandel

Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt, dass es unseren Waldbäumen immer schlechter geht. Mittlerweile sind auf rund 80 Prozent der Waldflächen die Bäume krank und vor allem Fichten sterben großflächig ab. Ursache ist der dramatische Klimawandel.

Riedheimer Wald durch oberflächennahes Grundwasser geschützter

Rainer Luick ist sich sicher, dass sich auch der Riedheimer Wald verändern wird, aber nicht so dramatisch wie an anderen Standorten. Denn durch eine beidseitige Hanglage strömt von beiden Flanken oberflächennahes Grundwasser in den Wald, so dass selbst in den langen Trockenzeiten der vergangenen Jahre nur wenige Bäume Trockenschäden entwickelten.

Großes Problem ist das Eschesterben aufgrund eines asiatischen Schadpilzes

Ein großes Thema waren die vielen kranken und bereits abgestorbenen Eschen, was ausnahmsweise nichts mit dem Klimawandel zu tun hat. Durch den globalen Handel gelangte in den 1990er Jahren ein Schadpilz aus Asien nach Europa, gegen den die europäische Esche nicht resistent ist. Rasend schnell verbreitete sich die Krankheit von Baltikum und der Schweiz ausgehend über ganz Europa. Die einzige Hoffnung ist, dass irgendwann auch unsere Esche Resistenzen entwickeln, doch erst einmal werden wir wohl fast alle Bäume verlieren.

Energetische Holznutzung und gleichzeitiges Baumsterben führt bald zu Holzmangel

Ein wichtiges Thema war natürlich auch die extreme Zunahme der energetischen Nutzung von Holz, schon jetzt wird rund 60 Prozent der jährlich bei uns verfügbaren Holzmenge direkt verbrannt. Dadurch, dass unsere Bäume so krank sind, durch Trockenheit und Schädlinge kaum noch wachsen, große Waldflächen absterben und wir zeitgleich immer mehr Holz nutzen wird schon bald ein Holzmangel eintreten. Experten gehen davon aus, dass schon in den kommenden zehn Jahren der Einschlag um 30 bis 40 Prozent reduziert werden muss. Im Landkreis Konstanz hat man schon reagiert und in vielen Gemeinden wurden die Hiebsätze für die kommenden Jahre im Vergleich zur zurückliegenden Dekade fast halbiert.

Nach 3 Stunden Waldspaziergang viel Neues gelernt

Nach 3Stunden waren immer noch nicht alle Fragen beantwortet, aber alle TeilnehmerInnen am Waldspaziergang waren sich einig, dass sie auf diesem Spaziergang viel Neues erfahren und gelernt haben.