Unterwegs auf dem Berghof Bucher in Riedheim

Veröffentlicht am 27.07.2022 in Ortsverein

Glückliche Hühner im großzügigen Freilandgehege

Ein spannender und informativer Besuch bei glücklichen Hühnern und Ochsen mit dem SPD Ortsverein Hilzingen. Regional und nachhaltige Tierhaltung und das Wohl des Tiers stehen immer im Vordergrund.

Eine Führung auf dem Berghof Bucher sollte teil der Sommertour von Bundestagsabgeordneter Dr. Lina Seitzl werden. Doch Corona machte ihr kurzfristig einen Strich durch dieses Vorhaben. Die kurzfristige Absage von Lina Seitzl, die ihr sehr Leid tat, konnte jedoch nicht alle Interessierten rechtzeitig erreichen. So fasste Betriebsinhaber Lukas Bucher den Entschluss die Führung für die gekommenen Gäste trotzdem anzubieten.

Seit 1970 gibt es den Berghof Bucher und nun leben 4 Generationen auf dem Hof. Um die praktizierte nachhaltige Tierhaltung zu betreiben, müssen alle kräftig mit anpacken. 2016 ist Lukas Bucher auf dem Hof mit eingestiegen. Seit 2020 wird hier artgerechte und nachhaltige Legehühnerhaltung betrieben.

Wer hört, dass in den beiden Legeställen jeweils 3.905 Hühner leben, kann sich warscheinlich nicht vorstellen, wie umsorgt diese Tiere hier gehalten werden. Engagiert erzählt Lukas Bucher den Besuchern von den Besonderheiten bei seiner Hühnerhaltung. 3000 Pappeln wurden gepflanzt, damit sich die Hühnerschar im Freigehege sicher und wohl fühlt. Hier ist für jedes Huhn 4 qm Platz eingeplant. Entsprechend groß sind die Freigehege. Die Wintergärten der Ställe werden mit Streu, Sandbereichen zum Scharren und Picksteinen ausgestattet, damit die Hühner ausreichend Beschäftigung haben und keine Langeweile aufkommen kann.

Die Innenställe sind mit Sitzstangen, Wasserentnahmestellen und ständigen Futterbereichen ausgestattet. Das Futter besteht aus Mais, Raps, Soja, Weizen, und für die Dotterfarbe Paprikapulver, als natürlicher Farbstoff. Alle Inhaltsstoffe des Futters werden in Baden-Württemberg produziert. Ca. 1000 l Wasser wird täglich je Stall benötigt. Wasser und Futter steht dem Federvieh immer zur Verfügung. Jedes Huhn benötigt täglich ca. 200 ml Wasser und 120 g Futter und legt am Tag ein Ei.

Die dunkelsten Orte sind die Legenester. Überhaupt wird der komplette Tagesablauf, Lebenslauf und das Verhalten von Hühnern durch Licht gesteuert. Auch das macht sich Lukas Bucher bei seiner Haltungsform zu nutze, um die Hühner artgerecht an den täglichen Ablauf im Hühnerstall zu gewöhnen. Bei Familie Bucher gilt, je besser es dem Huhn geht, umso besser die Legeleistung des Tiers. Regional und Tierwohl steht bei allen Entscheidungen im Vordergrund.

30.000 € erhält der Aufzucht-Hühnerhof vom Berghof für die Aufzucht der männlichen Küken. Diese werden ebenfalls im Freiland aufgezogen. Das Hahnenfleisch wird später in Fertiggerichten verarbeitet und diese kann man bei Familie Bucher auch erwerben.

Wenige Schritte wären es für die Buchers ihre Hühnerhaltung auf komplette Biohaltung umzustellen. Bisher kam dies für sie wegen der schwierigeren Absatzmärkte nicht in Frage. Gerade wenn es im Geldbeutel der Verbraucher eng wird, greifen diese vermehrt zu Billigprodukten. Letztendlich entscheidet das Verhalten der Verbraucher auch über die Art der Tierhaltung.

Und so ist es auch beim zweiten Standbein der Buchers, bei der Ochsenmast. 60 Mastbullen sind zur Zeit im Laufstall. Die Ochsen haben ein langsameres Wachstum und daher besseres Fleisch. Die Kälber kommen von einem Hof aus Liggersdorf. Aufgezogen werden sie auf dem Berghof mit Grünfutter und Heu von den hofeigenen Wiesen. „Warum kommen die Ochsen nicht direkt auf die Wiese?“, fragt eine Teilnehmerin. „Die Wohlfühltemperatur bei Ochsen liegt etwa bei 10°C. Jetzt im Sommer fühlen sie sich im Laufstall viel besser als auf einer Freilandwiese.“ antwortet Lukas Bucher.

Nach ca. 24 Monaten kommen sie zum Schlachten auf den Schlachthof nach Singen und werden anschließend von einem regionalen Metzgerbetrieb weiterverarbeitet. Und auch hier appelliert Bucher an die Verbraucher: Hinter jedem Stück Fleisch steht ein Tier und oft landet zuviel gekauftes billiges Fleisch wenig wertschätzend im Müll.

Familie Bucher produziert mittlerweile auch eigene Nudeln, aus den wenig begehrten kleinen S-Eiern aus ihrer eigenen Produktion und auch eigenes Brot wird gebacken und auf dem Wochenmarkt verkauft. Das neueste Produkt ist eine sehr gefragte Salatsoße. Die Produkte erhält man auch auf dem Berghof am Eierhäuschen und an den Automaten in Hilzingen und Riedheim. Als kontrollierter Erzeuger wird die nachhaltige Tierhaltung und Produktion mehrmals jährlich auf dem Berghof von externen Kontrolleuren besucht und bewertet.

Nach 2 Stunden geht ein spannender und sehr aufschlussreicher Besuch auf dem Berghof mit einem netten Plausch bei kühlen Getränken und hofeigenem Gebäck zu Ende. Wer sich selbst von der nachhaltigen Tierhaltung und Produktion überzeugen will, kann sich gerne jederzeit am Hof bei Familie Bucher informieren.

 

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